Seit Januar 2010 gilt: Wird vor der Geburt eine Behinderung des Kindes festgestellt, müssen Ärzte Kontakt zu Behindertenverbänden herstellen. Aber nur, wenn die werdende Mutter dies wünscht. Diese Vorschrift soll sicherstellen, dass eine Schwangere in dieser schwierigen Situation alle notwendigen Informationen erhält. Sie kann zum Beispiel mit anderen Eltern sprechen. So erfährt die Schwangere, wie es ist, mit einem behinderten Kind zu leben.
Das Apert-Syndrom beruht auf genetischen Störungen. Folgen sind Fehlbildungen am Kopf und im Gesicht sowie am Bewegungsapparat. Teilweise sind Finger und Zehen knöchern zusammengewachsen. Die geistige Entwicklung kann beeinträchtigt sind.
„Mein Buch soll zeigen, dass – selbst wenn das Leben schwarz und trist erscheint – wir zu den Buntstiften greifen und wieder Farbe in unser Leben bringen sollen, so wie Simons Familie es macht“, wünscht sich Ether Waider, die ein reich illustriertes Kinderbuch über Simon Reinders und seine Familie geschrieben hat.
Günther Jauch weiß mit seinen Gästen umzugehen. Schon oft hat er in seiner Sendung stern TV behinderte Menschen begrüßt. Jetzt rekelt sich der fünfjährige Simon vergnügt in einem schicken roten Sessel, eingerahmt von seinen Eltern. „Wie gefällt es dir hier im Fernsehen?“, beginnt Günther Jauch das Gespräch. Verschmitzt schaut Simon abwechselt in die Kamera, zu Mama, zu Papa und zum Moderator, genießt die Aufmerksamkeit und antwortet: „Sag ich nicht!“ Jauch rettet die Situation gewohnt sympathisch, indem er witzelt: „Das haben wir so abgesprochen. Bei unserem Vorgespräch hat Simon geredet wie ein Wasserfall.“
Nach Bekanntwerden der Familientragödie von Düsseldorf fragt die Bundesvereinigung Lebenshilfe für Menschen mit geistiger Behinderung: Warum musste es soweit kommen? Warum war die Verzweiflung eines Ehepaars so groß, dass es für sich und sein schwer behindertes Kind nur den Tod als Ausweg sah? Und das, obwohl es in Deutschland ein dichtes Netz an Hilfen gibt.