Herr Schleehauf
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Lieber Herr Schleehauf, Sie sind 67 Jahre alt und waren früher als Verwaltungsangestellter bei einem Rentenversicherungsträger beschäftigt. Wann hat Ihr Engagement für die Lebenshilfe Stuttgart begonnen?
Nach 45 Berufsjahren habe ich im Jahr 2001 nach einer sinnvollen Tätigkeit gesucht, die mir den Übergang ins „Rentnerdasein“ erleichtert.
Und warum eigentlich, was waren Ihre Motive, sich für Menschen mit geistiger Behinderung zu engagieren?
In meinem bisherigen Leben ist es mir eigentlich bis jetzt ganz gut gegangen. Dafür bin ich dankbar, und so wollte ich gerne etwas für Andere tun. Aus meiner bisherigen Tätigkeit kannte ich verschiedene Werkstätten für Behinderte. Die Werkstatt am Löwentor war für mich gut zu erreichen.
Und wie kamen Sie dann in Kontakt zur Lebenshilfe?
Indem ich in der Werkstatt angerufen habe und fragte, ob sie an einer älteren Person, die ein soziales Jahr absolvieren möchte, interessiert sind.
Sie haben zusammen mit Herrn Mutscheller, einem früheren Gruppenleiter, und Ihren Ehefrauen die Reise nach Berlin für einige Werkstattbeschäftigte organisiert. Ein Reiz war sicher der Besuch des Lebenshilfe-Festivals, des „Blauen Wunders“, doch Sie haben sich mit Ihren geistig behinderten Freundinnen und Freunden auch insbesondere das politische Berlin angeschaut. Warum?
Nach einem Berlinbesuch im Jahr 2006 kam mir die Idee, eine solche Freizeit für interessierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu organisieren, denn für viele von ihnen ist Fernsehen eine wichtige Freizeitbeschäftigung und in den Nachrichten sind ja täglich Bilder aus dem politischen Berlin zu sehen.
Eine persönliche Frage: Waren Sie ein wenig nervös, ob alles klappt auf der Reise?
Nein, denn die anderen Begleitpersonen gaben mir Sicherheit, gerade auch die jahrelange Erfahrung von Herrn Mutscheller als Gruppenleiter. Trotzdem waren wir immer erleichtert, wenn dann schließlich - nach dem Gedränge in der Hauptstadt - alle zehn Reisenden wohlbehalten im Bus saßen.
Was war im Nachhinein das Wichtigste für Sie an der Woche, aber auch an dem „Drumherum“, also Ihrer ganzen Vorbereitungsarbeit?
Dass die Gruppe die Wirklichkeit der Fernsehbilder ein wenig erlebt hat und dass wir als Touristen unterwegs sein konnten, wie andere auch. Erwähnenswert sind auch die Offenheit und die guten Erfahrungen, die wir mit den Bundesbehörden dort gemacht haben.
Lieber Herr Schleehauf, danke für das Gespräch!
Hier geht es nun zum FotoTagebuch, das Herr Schleehauf von der Berlin-Reise erstellt hat.
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